+  Bericht von Anarya (HdR Austellung in London)

Prolog: Nachdem mich mehrere meiner lieben Freundinnen hier um einen Bericht meiner Londonfahrt nach der HDR-Ausstellung gebeten hatten, komme ich dieser Bitte entgegen.
Dabei möchte ich nochmals herzlichst dem Team vom Elbenwald danken, die die Busreise erst ermöglicht hatten und das auch sehr gut und nett organisiert hatten.

Dieser Bericht ist natürlich aus meiner eigenen Sichtweise geschrieben und jeder andere mag es anders erlebt haben. Und bestimmt habe ich bei der Vielzahl der Ausstellungsstücke noch was übersehen, das hättet ihr auch.
Wahrscheinlich fandet ihr den Bericht über Odense eh besser, ist ja logo, da war der Mensch, um den sich hier alles dreht, auch persönlich dabei. Trotzdem, viel Spaß beim Lesen!

I. Die Zeit vor dem Besuch der Ausstellung

Dover-18.10.2003, 6.30 Uhr Ortszeit

Die südenglische Küste vor Sonnenaufgang:
Weites, dunkles Meer bis zum Horizont, im Osten der erste rote Schimmer der aufgehenden Sonne, vor uns aufsteigende, leicht bewachsene Kreidefelsen, oben zwischen unzähligen Häuserlichtern die dunkle Silhouette einer Burg, dann sanfte grüne Hügel, hier und da steinerne alte Bauernhäuser. Das also ist das Land, wo so viele Sagen entstanden sind.
Und das war das erste Bild von England, was wir sahen. Nach 6 Stunden unruhigem Schlaf im Dämmerlicht des Busses, nach 1 1/2 Stunden Dösen im grellen Neonlicht der Fähre.
Meine Augen fallen wieder zu.

9.00 Uhr  Wir erreichen mit dem Bus London:
Ein Wechsel von modernen und alten historischen, prachtvollen Bauten: Tower, House of Parliament, Big Ben..... in einigen Vierteln aber auch arme, alte Häuser.
Ich beiße in den grünen Apfel aus der Provianttüte, die jeder hier vom Elbenwaldteam bekommen hat und spiele mit dem " Einen Ring", der dabei lag. Nette Überraschung!

Etwa 10.00Uhr Ankunft im Hyde-Park:
Wir erfahren, dass die Gruppe aus unserem Bus erst gegen 17.30 Uhr Einlass zur HDR-Ausstellung haben wird. Das wurde vom Museum genau geregelt, damit nicht zu viele auf einmal die Ausstellung überrennen.
Aber so lange noch warten? Hoffentlich sind wir dann nicht zuuu müde.

Mit dem Stadtplan bewaffnet erobern wir London. Manche schließen sich Gruppen an, aber T., P. und ich gehen alleine los, so sind wir unabhängiger.

Buckingham-Palace: Einmal der Ablösung der Wachen zuschauen. Von der englischen Königsfamilie haben wir keinen entdeckt, war wohl noch zu früh.

St.James-Park: Ein wunderschön angelegter Park mit eifrig Nüsse sammelnden Eichhörnchen und vielen Wasservögeln und großen, alten Bäumen

Big Ben: Prächtig anzuschauen und geht wirklich ganz genau !

Westminster Bridge: Von dort aus Grandioser Blick auf die Themse und auf das Millenium-Eye, dem größten Riesenrad der Welt!

Also, was macht man, wenn man nur knapp einen Tag hat und alles, oder fast alles von einer Weltstadt sehen möchte?
Na, klar, in den Himmel steigen und sich alles von oben ansehen. Aber so einfach war das gar nicht, denn vor dem Aufstieg haben die Götter das Schlange anstehen gesetzt. Auf die Idee scheinen noch hunderte andere Touristen gekommen zu sein.

1.00 Uhr Millenium-Eye
135m hoch stehen wir, 360 Grad Rundumblick :  Buckingham Palace, House of Parliament, Zugstrecken und Stations, Big ben.... alles von oben, ganz London, in der hellen, herbstlichen Mittagssonne.
Unter uns die Themse, die sich bis zum Horizont schlängelt. Auf der Westminsterbridge unzählige Ameisen aus aller Welt, kleine Spielzeugautos und rote Busse. " Schau mal, da unten fahren sie Schlittschuh!" freut sich T. Fantastisch!!!

14.30 Uhr Oxford street:
Wir spüren unsere Füße, aber T. und P. wollen unbedingt in englischen Modegeschäften rumstöbern.
Ich warte draußen, ist mir zu hektisch hier. Unzählige Leute rennen mit oder ohne Einkaufstüten an mir vorbei, arme und reiche, alle Nationalitäten, ein einziges Gewusele. Meine Gedanken driften ab nach Mittelerde.....

16.00 Uhr Unsere Füße streiken, wir nehmen die U-Bahn nach South-Kensington

16.30 Uhr Science-Museum:
In der Eingangshalle sinken wir auf die lange Bank, erstmal Füße ausstrecken.
Im Gegensatz zu heute Morgen bin ich nun aber hellwach und erkunde die ersten angebotenen HDR-Sachen im Shop des Museums." Hab ich fast alles schon, sind nur Bücher dort, kein einziges Aragornposter," teile ich enttäuscht  meinen Gefährtinnen mit.
Unruhig wackeln wir auf unseren Plätzen hin und her. Wann bekommen wir endlich unsere Eintrittskarten?

17.00 Uhr  HDR-Fieber:
Wir beschließen schon mal die Taschen im Keller abzugeben. Sei aber nicht nötig, wenn wir unsere Kameras drinließen, wird uns dort gesagt.
Auch gut, also fahren wir mit den Taschen diesmal im Aufzug wieder hoch. Aber irgendwie sind wir ein Stockwerk zu hoch gefahren.
Was ist das? Wo sind wir???
Die gläserne Aufzugtür öffnet sich und wir sehen rechts und links große Modelle der Argonath, der Könige der Altvorderen, Aragorns Vorfahren, und dazwischen einen spärlich beleuchteten , aber großen Eingang.....wohin, könnt ihr euch denken.
Rechts an der Wand davor noch übergroße Bilder von Frodo, Arwen, Gandalf etc.. ...Kein Aragorn? Doch, auf Poster, T-shirts, Postkarten.......Aaaaah, Aragorn als Standbild!!! Hier bin ich Fan, hier will ich sein!
Stop! Wir hatten noch keine Karten! Also, wieder runter, vom Elbenwaldteam holen wir unsere Karten.

17.20 Uhr  Vor dem Eingang zu Mittelerde:
Wir stehen nun direkt vor dem dunklen Tor. Ich wußte, dahinter, kurz dahinter, nur ein paar Schritte weiter, ist SEIN Gewand.
" Where do you come from", fragte uns der junge Museumswächter, nachdem er wieder eine kleine Gruppe hereingelassen hatte. " From Germany." - " And how long do you stay here in London?" - " One day." antworteten wir. - " Oh, one day???" staunte der junge Mann. " Do you come from Germany only for visiting  this exhibition, only for Lord of the Rings?!" - " YES!"   grinsten wir den jungen Mann an.

II. Die Ausstellung

17.30 Uhr THE LORD OF THE RINGS EXHIBITION
Wir tauchen ein in die mystische Welt von Mittelerde..... in dem großen Raum ist es weitgehend dunkel und nur die Ausstellungsstücke werden vom Licht angestrahlt. Videosequenzen und Schautafeln informieren über die Kostüme und Modelle. Beachte ich aber nicht, ich möchte nur schauen, die Informationen kennt eh jeder HDR-Fan.
Die Hobbitfans mögen mir nun verzeihen, ich hab nicht mitbekommen, was vorne von Frodo alles war. Während T. und P. langsam nach rechts rüber schwenkten, schwebte ich gleich nach links weiter..... UND ....
DA WAR ES!!!!
Das einfach gehaltene Lederkostüm des Striders, ohne Schmuck oder Verzierungen wie bei den Elben, aber der Zauber seines Trägers wirkte noch. Der Zauber des Waldläufers, der keinen Ruhm oder Prunk benötigt um zu glänzen. Aragorn strahlt mit seiner aufrechten, mitfühlenden, tapferen Seele, na ja und mit seiner eigenen Schönheit auch, wie wir alle wissen, und das scheint noch an diesem Kostüm zu haften und der einzige Glanz an diesem Kostüm ist sein Schwert.
So glitten meine Augen zärtlich und voller Bewunderung über das Kostüm und versuchten sich möglichst jedes Detail einzuprägen. Unten die viel zu großen Lederschuhe, dann der lederne Mantel, der unten und an den Ärmeln
ausgefranst ist, hier und da ein paar Gebrauchsspuren aufweist.
Kennt ihr den kleinen Bericht von Ngila, der Kostümbildnerin von New Line Cinema, über Viggo?  "Ihm war es wichtig, sich selbst um sein Kostüm zu kümmern, "sagt sie und meint ,"... vielleicht lag es daran, dass Viggo sein Kostüm selber wusch und flickte, dass Er auf so vollkommene Weise hineinschlüpfte - wirklich in einem Maße, dass sein Kostüm fast mit seinem Körper verwachsen zu sein schien. " (Nachzulesen in dem Buch : HDR-Wie der Film gemacht wurde, S.92)
Der rechte Ärmel ist mit dunklem Leder verstärkt und verlängert. Wow, da war seine kämpfende Hand drin! Die Ärmel waren mit geflochtenen Lederriemen an der Schulter befestigt worden. Herrlich, sieht wunderbar natürlich aus. Darunter die dunkelbraune, lange, lederne Weste, mit geflochtenen schmalen Bändseln anstatt von Knöpfen zusammengehalten und in der Taille mit einem verknoteten Gürtel umwunden. Oben lugt noch ein Stück von dem graublauen Hemd unter der Weste hervor. Quer über seine Brust zwei Lederriemen, der eine hält sein Päckchen auf dem Rücken, der andere seine Waffen: Ein kleines Messer rechts und sein Schwert links. SEIN SCHWERT! Eine halbhohe Scheibe trennt mich von diesem Schmuckstück. Ich könnte mal verstohlen drüber fassen, nur einmal berühren..... nein, besser nicht, ich möchte ja noch weiter schauen dürfen. Seufz!
Es ist wirklich schön, dieses Kostüm mit eigenen Augen sehen zu dürfen, aber was entscheidendes habe ich dennoch vermisst: IHN !!!  Er hätte drinstecken müssen.
Ich stand nicht allein. Um mich herum standen andere davor, alle ganz andächtig, einige lange, einige nur kurz. Überhaupt war es in der Ausstellung eher still, bemerkte ich. Fast jeder war fasziniert von den Dingen, die er sah und stellte sich wahrscheinlich gerade eine bestimmte Filmszene vor.
Im Kino war alles nur ein Traum, eine Phantasie projiziert in den Köpfen der Menschen, aber nun sah man alles plastisch vor sich, zum Greifen nah. Es war wirklich und doch wieder unwirklich zugleich. Es war so ein Gefühl beim Betrachten all dieser Dinge, als ob es dieses Mittelerde wirklich gebe.

Über mir hingen die leichten kunstvollen Fahnen der Elben und Rohirrim, bewegt von einem leichten Luftzug, der durch das Museum ging.
NARSIL!!! Das zerbrochene Schwert! Das hat Er in Bruchtal selbst in den Händen gehalten, nachdem es Boromir hat fallen lassen.
Aber nicht das Kostüm, nicht Narsil hat mich am meisten berührt....
Es war der Abendstern, so grazil, so fein verarbeitet, so silbern glänzend. Jeder von euch weiß, wo dieses Juwel ständig gehangen hatte.....
Daneben liegt Barahirs Ring und ich denke an Seine  Hände.............

(Tief- Luft-hol) O.k., ich wollte auch noch die anderen Dinge sehen.
T. und P. entdecke ich vor dem Elbenboot, wo sie gerade versuchen, den toten Boromir aufzuwecken. Die Figur ist so beeindruckend, dass man glauben könnte, Boromir steht gleich auf, nimmt sein Horn und ruft damit seine Gefährten, so lebensecht gemacht. Fast schon unheimlich!

Schräg gegenüber liegt Arwens Schwert in einer Vitrine und ich erkenne, mit wie viel Liebe zum Detail die Sachen hergestellt worden sind. Ein leicht gebogenes Schwert mit Elbeninschrift eingraviert. Das ist keine Waffe zum draufloshauen, das ist eine Waffe, die durch ihre Schönheit wirkt. Die Schwertscheide ist ein Kunstwerk: Nicht aus Leder, aus nussbraunem, poliertem Holz, auf dem feinste Linien von rankenden Blättern eingraviert sind. Welche Freude muss es gemacht haben, so was herstellen zu dürfen.
Überhaupt sind die Sachen der Elben sehr filigran verarbeitet, so auch Elronds Haarreif. Sie sind Vorbildern aus der Natur entnommen, Linien und Formen, so vollkommen, wie sie nur die Natur hervorbringen kann.
Und dann stehe ich vor einer Elbenrüstung, goldschimmernd, aus vielen nachgemachten Blättern, unter der feinster, glänzender Stoff, in Falten gelegt, hervorlugt. Jetzt bin ich mittendrin, in der großen Schlacht des zweiten Zeitalters. Kommt gleich Sauron?
Der schaut hinter mir von oben drohend auf mich herab, in seiner ganzen, beeindruckenden Rüstung. Das ist echt heftig!
Da waren noch andere Rüstungen, ich glaube von den Rohirrim und die von König Theoden, auf der wirklich auch auf den kleinsten Dingen Ornamente eingearbeitet worden sind, und verschiedene Helme. Besonders fiel mir Eomers prächtiger Helm auf , mit dem goldenen Pferdekopf als Nasenschutz über den Augen.
Verstohlen schaue ich immer wieder zu Aragorns Kostüm hinüber. Den Anblick möchte ich NICHT vergessen.

Ich gehe an Sauron vorbei in einen dunklen Raum, wo der " Eine Ring" in der Mitte sicher verwahrt in einer Plexiglasröhre schwebt und von feurigem Licht angestrahlt wird und man hört Stimmen, die über den Ring reden
Hinter diesem Raum wird in einem Video berichtet, wie die Figur Gollums entstanden ist.
Dann sind dort noch sehr schöne Modelle von Baumbart, vom Höhlentroll (sehr groß) und der Hobbitonmühle, die in der Traumvorstellung von Galadriel vorkam.
Nun geht es quer um die Ecke herum. Ich zögere. Gleich habe ich Aragorns Kostüm doch nicht mehr im Blickwinkel. ....Also, gut , gehen wir weiter....

Sofort werde ich mit einem anderen entschädigt: Das Kostüm von Legolas! Ebenfalls ganz aus Leder, in Braun und Waldgrün, aber nicht so ausgefranst und etwas feiner. Orli muss wirklich groß und schlank sein!
Dahinter wieder ein paar Kunstwerke: Seine Waffen - ein Langbogen, verziert mit schmalen verschlungenen Blättern, seine zwei Messer, dessen Griffe ebenfalls feinste Verzierungen aufweisen, und sein lederner Köcher mit langen schlanken Elbenpfeilen, die mit grünlich-gold gefärbten Federn versehen sind..
Einen Schritt weiter steht neben dem schlanken, großen Legolaskostüm das kleine Zwergenkostüm des tapferen Gimli nebst seiner Axt.

Galadriels Kleid ist ein Traum!
Ich denke sofort an silbernes Mondlicht in einer warmen Sommernacht...aus durchscheinendem, feinem, seidenartigem, leichtem Stoff, über und über mit unzähligen, ganz kleinen perlmuttfarbigen Perlen oder Plättchen bestickt. Na und ihr Schmuck, Reif, Ring und ihr Gürtel, sind so was von filigran, das kann ich nicht beschreiben. Eben zauberhaft, oder besser elbenhaft!

Nun kamen auch die Requisiten und Kostüme der anderen Zauberer:
Von Saruman Fläschchen und Beutelchen, ein Totenkopf, ein Mörser, Halbedelsteine, ein Straußenei und ein aufgeschlagenes Zauberbuch mit der Abbildung eines Balrogs und Zeilen in Elbenschrift.
Hut, Zauberstock und verschiedene Schriftrollen, beschrieben mit Zeilen in Tengwar, von Gandalf.

Nach so viel andächtigem Staunen kam dann auch was fürs Zwerchfell:
Jeweils zwei Personen konnten sich zusammen fotografieren lassen und so erfahren, mit welchen Tricks die Filmemacher arbeiten, um Frodo so klein und Gandalf im Film so groß wirken zu lassen.  P. setzte sich auf eine halbe kleine Bank und sollte nach unten schauen, ich setzte mich auf eine halbe übergroße Bank und sollte nach oben blicken. Diese zwei Fotos wurden im Computer zusammengefügt und als Hintergrund eine Auenlandschaft hinzugesetzt.  Nun sah ich klein wie ein Hobbit aus und T., die uns beobachtet hatte, kringelte sich  vor Lachen.

Danach kamen wieder Rüstungen:
Die der Haradrim- Wüstenvölkern nachempfunden, mit viel langem rotbraunen Stoff, kleine Totenköpfchen auf dem Brustpanzer, sehr verwegen
Die von Gondor- spitzer,hoher Helm  und die Rüstung ganz und gar aus poliertem Eisen
Ein Ork- klein, hässlich, aber fast niedlich, mit Tierhaaren, Zähnen und Dreck beklebt
Ein Uruk- Hai - furchteinflößend wegen der Größe und dem Helm,den ihr sicher alle aus der Schlacht von Helms Klamm kennt, und wegen dem eisernen, großen hakigen Messer.

Oh, was ist das? Ein Sattel!!!
Doch nicht etwa..... oder doch? Vielleicht ist er es, vielleicht auch nicht. Ich stell mir vor, er ist es und bekomme weiche Knie......die silbernen kunstvollen Beschläge und die dunkelblaue Decke darunter...  und dort ist der weiße Baum Gondors draufgestickt... sieht doch irgendwie königlich aus.
Verwirrt mache ich schon einen Schritt zur nächsten Vitrine, schwanke aber wieder zurück. Moment, der ist nicht hinter Glas,......der steht so da!  Zaghaft strecke ich meine Hand aus und fühle das weiche, glatte Leder und das kalte silberne Metall....darf man das?... egal......wenn da nun wirklich der zukünftige König Gondors draufgesessen hat?  Nicht auszudenken!
Dieses dunkle Blau mit dem silberweißen Baum...... ich seh IHN vor seinen Kriegern vorausreiten. Mutig und entschlossen für sein Volk, und doch, IHM steht der Zweifel ins Gesicht geschrieben angesichts der drohenden Übermacht, die naht. Die Stärke Andurils an seiner Seite und die Hoffnung des Abendsterns auf seiner Brust, die Haare nach hinten geflochten, bereit zum Kampf.....
Ach, ist doch schön zu träumen, auch wenn da wahrscheinlich doch nur ein Statist draufgesessen haben sollte. Wer weiß. Meine Hand gleitet zurück, aber dieses Bild lässt mich nicht mehr los.

Und nun sollen wir sogar was anfassen: Schwerter aus unterschiedlichem Material. Um den Unterschied zu spüren. Die Originalschwerter aus Eisen hatten Duplikate aus Aluminium oder Polystyrol, weil die leichter zu tragen sind bei den langen Dreharbeiten. Aber wir wissen alle, Viggo wollte ganz Aragorn sein, hat immer sein schwereres Originalschwert bei sich getragen.
Etwas weiter konnte man noch jede Menge getragene Hobbitgummifüße und das nützliche Kochgeschirr der Hobbits bestaunen.

NAZGUL!!!
Vor dem aufgebauten Nazgulmodell müsst ihr mal in die Hocke gehen, dann könnt ihr nachempfinden, wie Frodo sich gefühlt haben muss, als der Nazgul sich über ihn beugte und ihn bedrohte. Beängstigend!
Deren Utensilien liegen auch in einer Vitrine: Spitze Eisenschuhe und krallenartige eiserne Handschuhe, die Eisenkronen der Nazguls, ein Pferdegeschirr und die spitze Morgulklinge.
Der staatliche Lurtz stand dann auch noch in voller Lebensgröße vor mir! Nein, nicht in echt, als Modell natürlich. aber trotzdem beeindruckend. Gegen dieses große Muskelpaket musste Aragorn antreten, der arme.

Ganz am Ende der Halle waren einige phantastische Bilder von John Howe ausgestellt, an dem sich die Kostümbildner und Modellbauer orientiert hatten. Seine Visionen von Mittelerde hat er in feinen Bleistiftzeichnungen oder in Aquarell festgehalten.

Haben wir jetzt alles gesehen? Nein, kam natürlich noch ein Highlight. Wer fehlt denn noch?  O.k. von Eowen haben wir nichts gesehen, habe ich echt vermisst, die Shieldmaid von Rohan, die ihr Glück in einem einzigen ruhmreichen Kampf sieht und in..... na, das ist auch traurig. Arme Eowen.  War eigentlich was von Faramir dabei? Möglich, aber das müsst ihr mir nicht übel nehmen, wenn ich bei den vielen schönen, beeindruckenden Sachen was übersehen haben sollte. Wir durften ja keine Fotos machen, es bleibt nur die Erinnerung, aber immerhin.
Also das letzte Highlight: Die Waffen der Elben!
Das lange gebogene Schwert Haldirs hättet ihr sehen sollen und seinen großen Bogen! Dann waren da noch ein Schwert und ein Schild von den Elben aus der ersten großen Schlacht und Gilgalahads Schild und Speer, in dessen Spitze elbische Schriftzeichen eingraviert sind.
Diese elbischen Waffen hatten wieder feinste Verzierungen, jedes kleinste Detail sorgfältig ausgearbeitet, eigentlich wie bei allen Dingen, die hier ausgestellt sind. Genau deswegen macht es so viel Freude sich diese Sachen anzuschauen. Das sind hier nicht plumpe Theaterrequisiten, da ist jedes Stück ein Kunstwerk an sich. Und es gibt immer wieder ein neues Detail zu entdecken.

Wir müssen bald gehen, die Ausstellung schließt gegen 20.00 Uhr. Dabei könnte ich hier noch Stunden verbringen und all die Ornamente betrachten jede gewundene Linie auf diesen Schwertern mit den Augen nachfahren, so schön, so harmonisch, so kunstvoll sind sie eingearbeitet.

Wir schreiten langsam dem Ausgang zu. Meine Gefährtinnen halten noch mal bei Legolas ein. Und ich lasse mich ein letztes Mal verzaubern, vom abgenutzten, getragenen Kostüm eines Waldläufers und dem sternähnlichen Symbol der ewigen Liebe..........

III. Die Zeit nach der Ausstellung

19.30 Uhr Genug Pounds?
Der HDR-Shop wartet. Noch ein schönes Bild von Aragorn mitnehmen. Oder doch das Standbild? Ziemlich groß, aber das wär's doch. Ich zähle meine Pounds nach. Oh, nein, reichen leider nicht. "Can I pay in Euro?"-" No, sorry." war die Antwort. Tut mir auch leid. Yrch!  Na, dann wenigstens noch ein Foto zur Erinnerung machen. Meine restlichen Pounds reichen für einen Kalender und unzählige Postkarten. Die sind echt billig und trotzdem schön. Die Aragornposter dort hab ich doch alle schon. Von ROTK hatten die hier auch noch nichts, schade.

20.00 Uhr Die Tore schließen sich und wir müssen noch ein ganzes End durch das abendliche London am Hyde-Park entlanglaufen, bis wir unseren Bus erreichen.

21.00 Uhr Abfahrt
Glücklich und den Kopf voller Eindrücke fallen mir schließlich die Augen zu, um gegen Mitternacht wieder aus meinen wohlverdienten Träumen gerissen zu werden: Die Fähre wartet. Auf der Fähre nur bleiche, müde Gesichter, die nahe dran sind in die Schattenwelt überzutreten. Dann das ganze Fahrprogramm noch mal rückwärts. Die zweite Nacht im Bus.

19.10.03,  8.00 Uhr Ankunft in Köln
Wie Geister schleichen wir aus dem Bus und verabschieden uns. Aber irgendwo innendrin hab ich ein gutes Gefühl. Zwei Nächte im Bus sind wirklich heftig, aber wäre ich sonst jemals zu der Ausstellung gekommen? Das war es wert, auf jeden Fall.
In der Zeit, wo wir auf unseren Zug warten, schauen wir uns noch mal im Zeitschriftenladen am Bahnhof um. Die haben oft die größte Auswahl an speziellen Zeitschriften. Bingo! Aragorn prangt mir auf der Titelseite der neuen Space -View entgegen! Da greifen hinter mir noch zwei oder drei nach dem Heft. Ich dreh mich um und erkenne schmunzelnde Gesichter aus dem Bus.

12.00 Uhr  Home
Als erstes bei VM-Forever reingeschaut und noch einen Post gemacht. Dann geschlafen, keine Ahnung wie lange, jedenfalls seeeehr lange..... vielleicht auch geträumt von einem gewissen Kostüm mit einer bestimmten Person drin... what does your heart tell you?

Und wieder habe ich unzählige Male die Gefährten und TTT geschaut. Aber diesmal anders. Habe mehr auf die Details geachtet und irgendwie war jetzt alles vertrauter, vielleicht auch wirklicher.

Anarya

 


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